GESCHICHTE
Die Gründerjahre
Im Jahr 1901 wurde der Musikverein Tieringen aus der Taufe gehoben. Es waren sieben
wackere Männer, die ihre Fähigkeiten an den Instrumenten ausprobierten.
Namentlich bekannt sind als Gründungsmitglieder:
Heinrich Merz (Leiter der Gruppe), Christoph Mattes, Heinrich Dietrich, Otto Vötsch,
Johannes Lohner, Matthias Mattes und Karl Jetter.
Bei Hochzeiten spielte diese zur Unterhaltung und zum Tanz auf. Diese Auftritte
endeten meist feuchtfröhlich, so die Überlieferung.
Zwischen den Weltkriegen
Auch während des ersten Weltkrieges blieben die Musiker zusammen. In den folgenden
Jahren wurde das Interesse an der Volks- und Blasmusik immer größer,
sodass 1931 der Verein auf 16 Musikanten angewachsen war. Dem Verein schlossen sich
auch passive Mitglieder an. Im Jahr 1939 waren es 50 an der Zahl.
Teilnahme an Wertungsspielen vor dem 2. Weltkrieg
Bereits 1932 ging die Gruppe unter der Leitung von Anton Helble aus Obernheim zum
Wertungsspiel beim 15. Gaumusikfest in Lautlingen und erspielte in der Unterstufe
die Note 1A. Ebenfalls 1932 nahm man an der Marschbewertung in Obernheim erfolgreich
teil. 1933 erreichten die Musiker beim "Preiswettspiel" in Bitz in der Mittelstufe
den ersten Preis.
Erfolgreich teilgenommen an weiteren Wertungsspielen hat man 1933 in Schömberg
und 1938 in Hechingen. Im Jahr 1940 wurde die letzte Generalversammlung vor einer
längeren Ruhepause abgehalten, was in den folgenden Jahren wegen des zweiten
Weltkrieges nicht mehr möglich war. Die Kriegsjahre gingen am Musikverein nicht
spurlos vorüber. Mehrere Vereinskameraden kehrten aus dem Krieg leider nicht
mehr zurück.
Aufschwung in den 50-er und 60-er Jahren
Im Jahr 1947 begann man wieder mit den Proben. Das Vereinsleben wurde aufs Neue
aktiviert. Ab 1949 blühte der Musikverein richtig auf und so wurde im Jubiläumsjahr
1951 in Tieringen ein großes Feste veranstaltet, das unter der Regie des damaligen
Vorstandes Rudolf Link organisiert wurde. Der Verein war 50 Jahre alt. Dieses Fest
wurde im ehemaligen Rathausgarten abgehalten. Es gab einen großen Umzug durch
Tieringen, an dem sich die umliegenden Musikvereine beteiligten. Ein Festzelt wurde
zu diesem Anlass nicht aufgestellt. Als Festbühne musste eine Miste herhalten,
über die ein paar Dielen gelegt wurden.
Unter der Leitung von Adolf Link spielten die Musikkameraden im Jahre 1951 in Burladingen
in der Anfängerstufe und erreichten die Note "sehr gut". Die Wertungsspiele
1952 in Zimmern ob Rottweil, 1953 in Bitz, 1954 in Lautlingen und 1962 in Geislingen
wurden unter der Leitung von Albert Link erfolgreich gemeistert. Von 1963 bis 1967
leitete Stephan Neher aus Hausen a.T. den Musikverein.
Im Jahre 1967 bot ein großes Sommerfest der Tieringer Bevölkerung viel
Musik und selbst ein Festzug, ein bunter Abend und ein Kinderfest fehlten nicht.
Sicher war diese gelungene Veranstaltung auch ein Verdienst des damaligen Vorstandes
Diethelm Diller.
Von 1968 bis 1970 lag die Leitung des Musikvereins vorübergehend in den Händen
von Walter Stange aus Sigmaringen und Werner Berger aus Tieringen. Der damalige
Kreisdirigent Adelbert Riedlinger aus Schömberg leitete den Musikverein in
den Jahren 1971 und 1972. Danach übernahm Günter Kirschbaum aus Schömberg
bis 1984 den Musikverein. Unter seiner Leitung nahm der Musikverein 1975 beim Wertungsspiel
in Hettingen, 1976 in Schömberg und 1983 in Schörzingen in der Unterstufe
erfolgreich teil. Im Jahr 1976 wurde das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.
Federführend in der Organisation war der damalige Vorstand Karlheinz Koch.
Die Jugendausbildung lag von 1962 bis 1968 und von 1977 bis 1990 in den Händen
von Erwin Mattes. Zwei Jugend- gruppen nahmen 1981 beim Jugendkritikspiel in Jungingen
mit sehr gutem Erfolg teil. Eine weitere Jugendgruppe spielte 1981 in Heselwangen
und auch im Jahr 1989 wagte sich eine Gruppe nach Winterlingen. Beide Gruppen erzielten
gute Ergebnisse.
Im Jahr 1984 übernahm der seit 1960 stellvertretende Dirigent Erwin Mattes
die musikalische Leitung des Musikvereins. Gleichzeitig wurde Karlheinz Koch wieder
zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt das er schon einmal von 1973 bis 1980
innehatte, führte er weitere 13 Jahre verantwortungsvoll aus. Im Sommer 1989
wurde unter der Regie des Dirigenten Erwin Mattes in Tieringen das vierte Meßstetter
Stadtmusikfest gefeiert.
Schwierige Zeiten
Von 1990 bis 1992 gab es zwei sehr schwierige Jahre für den Musikverein, da
man ohne Dirigent auskommen musste. Nur dem guten Zusammenhalt unter den Musikern
und der besonnenen Art des damaligen Vorstandes Karlheinz Koch war es zu verdanken,
dass der Musikverein diese schwierige Phase überstehen konnte.
Für rund vier Jahre übernahm 1992 Manfred Federmann aus Straßberg
die musikalische Leitung. Das neunte Stadtmusikfest fand im Jahr 1994 in Tieringen
unter sehr widrigen Witterungsverhältnissen statt.
Trendwende und hoffnungsvolle Zukunft
Ende 1996 fand man mit dem Musiklehrer Michael Bach aus Dotternhausen sehr qualifizierten
musikalischen Leiter für den Musikverein. Unter seiner Führung ist nun
ein ganz deutlicher Aufwärtstrend erkennbar.
Anfang 1998 gab es auch in der Vereinsspitze einen Wechsel. Andreas Berger wurde
im Alter von 24 Jahren zum
1. Vorsitzenden gewählt. Im Sommer 1999 nahm man nach langjähriger Unterbrechung
wieder am Wertungsspiel teil. In Schömberg spielte der Musikverein in der Mittelstufe
die Note "gut". Im Jahr 2000 machte der Musikverein seine erste Konzertreise. Die
Kapelle nahm am internationalen Blasmusiktreffen in Kärnten teil und repräsentierte,
unter den Kapellen aus Österreich, Italien und der Schweiz, Deutschland souverän.
Im Jahr 2001 wurde das 100-jährige Vereinsjubiläum in Form eines 3 tägigen
Festes ausgiebig gefeiert. Beim großen Festumzug wirkten nicht nur umliegende
Musikvereine und Fanfarenzüge mit sondern fast die ganze Tieringer Bevölkerung
war mit dabei. Federführend bei diesem unvergesslichen Ereignis war der damalige
Vorstand Andreas Berger mit seinem Ausschuss.